Eine Vasektomie ist eine Entscheidung mit langfristiger Bedeutung. Eine sorgfältige ärztliche Beratung schafft Klarheit über den Eingriff, seine Folgen und mögliche Alternativen – damit Sie Ihre Entscheidung gut informiert und mit Sicherheit treffen können.
Die Vasektomie – also die operative Durchtrennung der Samenleiter – ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Laut aktueller Literatur liegt das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft nach Vasektomie bei ca. 0,6%. In Deutschland lassen sich derzeit ca. 50.000 Männer pro Jahr operieren – mit steigender Tendenz. Dies zeigt die zunehmende Bereitschaft der männlichen Partner in einer Beziehung, für diesen wichtigen Bereich des Lebens Verantwortung zu übernehmen und die Partnerin vor den Folgen oder Nebenwirkungen hormoneller oder sonstiger Verhütungsmethoden zu schützen.
Dafür gibt es gute Gründe: Der Eingriff ist in erfahrenen Händen technisch fast immer einfach und komplikationsarm durchzuführen. Nach kurzer Zeit ist alles wieder „wie vorher“, d.h. es besteht weder eine Einschränkung der Sexualität, noch der Hormonproduktion. Auch die Spermamenge ändert sich nahezu nicht, da die Beimengung der Spermien zum Ejakulat nur einen geringen Anteil ausmachen.
Überdies ist die Vasektomie eine wirtschaftlich kluge Entscheidung: Da die Kosten nur einmalig anfallen, ist meist bereits nach wenigen Jahren ein Kostenvorteil gegenüber anderen Verfahren wie Spiralen, der Antibabypille oder Kondomen erzielbar.
Eine Entscheidung zur Vasektomie hat große Auswirkungen auf das weitere gemeinsame Leben und sollte deshalb gut überlegt sein. Wir laden zum ausführlichen Vorgespräch deshalb ausdrücklich auch die Partnerinnen ein. Bei dieser Gelegenheit sprechen wir kurz über die Motivation zum Eingriff, um Sie vor einer Fehlentscheidung zu bewahren. Überdies erklären wir natürlich ausführlich den Ablauf sowie mögliche Risiken und Komplikationen.
Ist die Entscheidung getroffen und die Aufklärung erfolgt, so können Sie kurzfristig Ihren OP-Termin erhalten. Bei berufstätigen Patienten ist eine OP am Freitag oft günstig, da Sie sich über das Wochenende erholen und am Montag i.d.R. wieder normal zur Arbeit gehen können.
Die OP selbst dauert ca. 30-40 Minuten und wird in lokaler Betäubung durchgeführt. Wer möchte, kann schon 1 Stunde vor Beginn eine schmerzlindernde Salbe auf den Hodensack auftragen. Für die Injektion der Haut verwenden wir sehr dünne Nadeln, um die Beeinträchtigung für Sie zu minimieren. Anschließend erfolgt eine kleine Hautinzision. Der Samenleiter kann dann präpariert und ein ca. 1-2 cm langes Teilstück entfernt werden. Die Haut wird mit einer einzelnen Naht verschlossen. Auf der Gegenseite wird identisch vorgegangen. Den Faden entfernen wir ca. 1 Woche später, führen dabei eine Wundkontrolle durch und händigen Ihnen ein Gefäß für die erste Spermaprüfung nach ca. 6 Wochen aus. Eine zweite Kontrolle folgt 2 Wochen später. Sind die Proben in Ordnung, so kann dann nach insgesamt 2 Monaten auf die Verhütung verzichtet werden.
Wünschenswert ist eine Rasur des Hodensacks. Wer möchte, kann beim Aufklärungsgespräch einen dafür geeigneten Einmalrasierer mitnehmen. Sie müssen nicht nüchtern sein – im Gegenteil. Kommen Sie fit und „gut gefrühstückt“.
Wichtig: Bitte organisieren Sie sich einen Transport. Autofahren wäre zwar grundsätzlich möglich, ist aber nach einem Eingriff nicht empfehlenswert.
Die Vasektomie ist ein ambulanter Eingriff zur dauerhaften Empfängnisverhütung beim Mann. Dabei werden die Samenleiter unterbrochen, sodass keine Samenzellen mehr in die Samenflüssigkeit gelangen. Die Hormonproduktion, Erektion, Lustempfinden und der Samenerguss bleiben in der Regel unverändert.
Eine Vasektomie kommt vor allem für Männer infrage, deren Familienplanung sicher abgeschlossen ist. Da der Eingriff als dauerhafte Verhütungsmethode gedacht ist, sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Im persönlichen Beratungsgespräch klären wir medizinische Fragen, Alternativen und individuelle Voraussetzungen in Ruhe.
Vor dem Eingriff findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt. Die Vasektomie selbst erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Dabei werden die Samenleiter auf beiden Seiten aufgesucht, durchtrennt und verschlossen. Nach einer kurzen Erholungsphase können Sie die Praxis normalerweise wieder verlassen.
Durch die örtliche Betäubung ist der Eingriff meist gut verträglich. Nach der Behandlung können für einige Tage ein Ziehen, leichte Schwellungen oder ein Druckgefühl auftreten. Diese Beschwerden klingen in der Regel von selbst ab. Körperliche Schonung in den ersten Tagen unterstützt die Heilung.
Normalerweise ist bereits am Folgetag das Arbeiten wieder möglich. Dennoch empfehlen wir die OP freitags, um am Wochenende ein bisschen entspannen zu können.
In den ersten Tagen sollten Sie körperliche Belastung, Sport, schweres Heben und Sauna vermeiden. Leichte Alltagstätigkeiten meist schnell wieder möglich, Sport nach ca. 1 Woche. Wann Sie wieder vollständig belastbar sind, hängt vom Verlauf der Heilung und Ihrer Tätigkeit ab.
Nein. Nach dem Eingriff können sich noch Samenzellen in den Samenwegen befinden. Deshalb muss zunächst weiter verhütet werden. Erst wenn die Kontrolluntersuchung des Ejakulats zeigt, dass keine befruchtungsfähigen Spermien mehr nachweisbar sind, gilt die Verhütung durch Vasektomie als sicher.
Die Kontrolle erfolgt über ein Spermiogramm, also eine Untersuchung der Samenflüssigkeit. Die erste Kontrolle erfolgt nach ca. 6 Wochen und nach ca. 20 Samenergüssen. Eine zweite Kontrolle empfehlen wir ca. 2 Wochen später. Bis zur ärztlichen Freigabe ist zusätzliche Verhütung notwendig.
Die Vasektomie verändert normalerweise weder die Erektion noch das Lustempfinden oder die Hormonproduktion. Auch der Samenerguss bleibt erhalten, da Samenzellen nur einen kleinen Teil der Samenflüssigkeit ausmachen. Viele Männer bemerken im Alltag keinen Unterschied beim Sex.
Grundsätzlich gibt es operative Möglichkeiten, die Samenleiter wieder zu verbinden. Überdies können Spermien direkt aus dem Hoden/Nebenhoden entnommen und für eine künstliche Befruchtung genutzt werden. Der Erfolg kann jedoch nicht garantiert werden und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Deshalb sollte eine Vasektomie nicht als vorübergehende Verhütungsmethode verstanden werden, sondern als dauerhafte Entscheidung.
Wie bei jedem Eingriff können Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten, etwa Blutergüsse, Schwellungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen oder länger anhaltende Beschwerden. Schwere Komplikationen sind selten. Im Aufklärungsgespräch besprechen wir mögliche Risiken und das richtige Verhalten nach dem Eingriff ausführlich.
Die Kosten können geringfügig variieren. Sie müssen mit ca. 600 Euro rechnen. Sämtliche Maßnahmen wie Vorgespräch, OP, Material, Wundkontrolle und 2 Spermauntersuchungen sind im Preis enthalten.
Eine Vasektomie aus Gründen der persönlichen Familienplanung ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung, auch bei privat versicherten Patienten. Ausnahmen gibt es bei bei der Notwendigkeit zur Empfängisverhütung aus medizinischen Gründen.
Für eine privatärztliche Beratung ist in der Regel keine Überweisung erforderlich. Wenn Sie unsicher sind, können Sie uns vor der Terminvereinbarung kurz kontaktieren.
Wenn Sie jetzt interessiert sind dann vereinbaren Sie einen Beratungstermin – und bringen Sie gerne Ihre Ehefrau oder Partnerin mit. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.
